Die Politik in Bornheim muss kurzfristig über eine Konzentrationszone für die Erzeugung von Windenergie im Stadtgebiet entscheiden. Würde keine Zone festgelegt, so könnte jeder Investor lt. §35 Baugesetzbuch Windräder als privilegiertes Bauvorhaben im Stadtgebiet errichten. Da die Stadt aber diese Bauvorhaben steuern möchte, muss hierfür eine Konzentrationszone festgelegt werden. Dann können Windräder nur in dieser Zone errichtet werden. Als Vorranggebiet für die Windenergie wird oft eine Fläche von mindestens 2 % des Gebietes einer Kommune vorgeschlagen, was jedoch nicht zwingend ist. Nach Abwägung der harten und weichen Tabukriterien kann sich auch ein abweichender Flächenanteil ergeben, der stets eine entsprechend zu begründende Einzelentscheidung ist. Allen dürfte klar sein, dass wir zum Erreichen der Klimaziele Windkraftanlagen zur Energieerzeugung brauchen.

Für die Festlegung einer solchen Zone wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Planungssicherheit zu bekommen. Das Gutachten unterscheidet erstmal nach harten und weichen Tabukriterien (Ausschlusskriterien). Harte Tabukriterien sind u.a. Wohngebiete, Gewerbegebiete, Naturschutzgebiete, Verkehrsanlagen und Hauptversorgungsleitungen sowie Wasserschutzgebiete Zone 1. Als weiche Tabukriterien gelten u.a. Waldbestände, Landschaftsschutzgebiete, 15km-Zone zu Flughäfen, Flächen kleiner als 1ha und Flächen mit einer Windhöffigkeit kleiner als 6,25m/s in 135m Höhe gemessen. Dementsprechend kann lt. Gutachten sowohl eine Fläche im Tal (zwischen der Autobahn Bornheim- Waldorf und Sechtem rund um den Eichelkamp ) wie auch eine Fläche auf dem Villerücken von Waldorf bis Merten als Konzentrationszone ausgewiesen werden.

Hier ist nun zu entscheiden: Welche Fläche ist für Bornheim am besten geeignet? Die Rede ist von 15 Windrädern im Tal mit einer Höhe von bis zu 250 m oder 20 Windrädern auf dem Villerücken mit einer Höhe von 150 m. Es gilt also abzuwägen, was für und oder gegen eine der genannten Flächen spricht. Vom Landschaftsschutz und der Naherholung her gesehen sind beide Flächen gleichermaßen betroffen. Die Qualität der Böden für die Landwirtschaft ist im unteren Teil des Stadtgebietes sicherlich höher zu bewerten. Die von den Windrädern erzeugten Geräusche werden im Tal vermutlich nicht so wahrgenommen wie auf dem Villerücken. Hier kann man natürlich auch die Meinung vertreten, dass die Zone im Tal ohnehin schon durch Gewerbe und Autobahn belastet ist.

Für Heinz Müller, der für die UWG/Forum u.a. auch Mitglied des Klimabeirates ist, wird auch die Wahrnehmung natürlich eine Rolle spielen. Er erklärt dazu: „Vom Vorgebirgshang fällt der Blick in Richtung Tal/Rheinebene. Dort würden die Windräder von der Mehrheit der Bornheimer Bürger zu jeder Tageszeit wahrgenommen. Zu bedenken ist ferner noch die 15 km-Schutzzone um die Funknavigationsanlagen des Köln-Bonner Flughafens, auf der die zuständigen Stellen für die Flugsicherung bisher bestanden haben und an der dadurch die momentan ausgewiesene Konzentrationszone im Tal gescheitert ist. Somit könnte im Laufe des Verfahrens auch die erweiterte Fläche im Tal ausgeschlossen werden. Das allerdings kann leider erst dann festgestellt werden, wenn die Politik sich erneut für die Lage im Tal entscheidet und die von den Investoren gestellten Bauanträge von der Flugsicherung geprüft wurden. Letztlich kommt man dann unter Umständen doch wieder auf den Villerücken zurück. Egal, wie letztendlich die Entscheidung fällt, in beiden in Frage kommenden Konzentrationszonen wird es Gewinner und Verlierer geben. Die UWG/Forum hat um zusätzliche Informationen gebeten und sich im Hinblick auf die ungeklärten Fragen noch nicht auf einen Standort festgelegt“, so Heinz Müller.

Wohin mit den Windrädern in Bornheim?